Nach der Umstellung des sozioökonomischen Systems und den ersten freien Wahlen entstand nach und nach ein demokratisches System der Arbeitsbeziehungen mit freien Tarifverhandlungen. Eine kürzlich durchgeführte Studie (Stanojevic und Kanjuo Mrela, 2014) hat ergeben, dass sich die Arbeitsbeziehungen in Slowenien im Wandel befinden. Obwohl die Sozialpartner die Tarifverhandlungen in Slowenien als kooperativer als konfliktbeständig bezeichnen, berichteten sie auch, dass es Sektoren gibt, in denen es praktisch keinen sozialen Dialog mehr gibt. Diese Studie bestätigt die Ergebnisse einer früheren Analyse (Eurofound, 2013), die eine Verschlechterung des sozialen Dialogs seit Beginn der Krise zeigte (z. B. zunehmende Verstöße der Arbeitgeber gegen Tarifverträge, zunehmende Unruhen bei den Arbeitnehmern und Zahl der Streiks sowie eine Zunahme einseitiger und übereilter staatlicher Eingriffe in die Arbeitsbedingungen im öffentlichen Sektor). Die Sozialpartner unterzeichneten jedoch im Februar 2015 nach jahrelangen Verhandlungen den Sozialvertrag für 2015–2016. Die Arbeitszeitflexibilisierung ist in erster Linie durch das Arbeitszeitgesetz geregelt, das bei der Festlegung sektoraler Bedingungen in Tarifverträgen einzuhalten ist. Die sektoralen Vereinbarungen müssen dann zusätzlich zu den nationalen Rechtsvorschriften in Verträgen auf Unternehmensebene berücksichtigt werden. Dem Gesetz zufolge müssen die flexiblen Arbeitszeiten im Arbeitsvertrag einvernehmlich festgelegt werden, damit die tägliche reguläre Arbeitszeit nur um maximal drei Stunden verlängert oder verkürzt werden kann und die Höchstarbeitszeit bei 40 Stunden pro Woche bleibt. Die finnische Verfassung garantiert das Streikrecht, aber nach den Rechtsvorschriften im Arbeitsvertragsgesetz und im Gesetz über die Mediation in Arbeitsstreitigkeiten sind Streiks nur zulässig, wenn ein Arbeitsvertrag ausgelaufen ist und ein neuer Vertrag noch nicht abgeschlossen ist oder wenn der Grund für den Streik nichts mit den Beschäftigungsbedingungen zu tun hat, wie dies bei politischen Streiks und Solidaritätsaktionen der Fall ist. Das Streikrecht ist auch in einigen Bereichen eingeschränkt, wie z. B.

im Gesundheitswesen, dessen Funktionieren für die Sicherheit der Gesellschaft von entscheidender Bedeutung ist. Ein Streik muss auch dem nationalen Schlichter im Voraus angekündigt werden, um legal zu sein. Zu den rechtlichen Arten von Arbeitskampfmaßnahmen gehören daher die Streiks, die in einer Zeit stattfinden, in der keine Einigung besteht, und Streiks aus politischen und Sympathiegründen. Zu den häufigsten Formen von Arbeitskampfmaßnahmen gehören Streiks (lakko) oder die Weigerung, ganz oder teilweise zu arbeiten, Auswanderungen ( ulosmarssi) und Überstundenverbote (ylityökielto). Das Arbeitsverhältnisgesetz schreibt in Artikel 133 vor, dass der Arbeitgeber für gleiche Arbeit und für gleichwertige Arbeit unabhängig von ihrem Geschlecht gleichen Lohn leisten muss. Bestimmungen eines Arbeitsvertrags, eines Tarifvertrags oder eines allgemeinen Arbeitsakts, die dieser Bestimmung zuwiderlaufen, gelten als ungültig. Die kommunalen Arbeitgeber (KT) sind eine Interessenorganisation für lokale Arbeitgeber, die alle finnischen lokalen und gemeinsamen Behörden vertreten. Sie verhandelt und schließt Tarifverträge für Kommunen und Verbände von Gemeinden mit 419.000 Beschäftigten. Das Jahr 2019 war in Finnland politisch turbulent, und es wurden keine größeren neuen Reformen durchgeführt. Das Jahr war geprägt von einer Parlamentswahl, zwei Rücktritten der Regierung und zwei Regierungsformationen. Nach einem knappen Wahlsieg bildete die Sozialdemokratische Partei im Juni eine neue Mitte-Links-Regierungskoalition aus fünf Parteien. Die Regierung, die Mitte Dezember mit einem neuen Ministerpräsidenten und einem Kabinettswechsel nach einem langwierigen Arbeitskampf im Postsektor wiedergewählt wurde, stellte in ihrem Programm ihre ehrgeizigen Ziele zur Schaffung von Arbeitsplätzen vor.

Ausgangspunkt der arbeitsmarktpolitischen Reformen war, dass Reformen in einem dreiseitigen Rahmen ausgearbeitet werden und Vorschläge der Sozialpartner beinhalten.